Das neue Waffengesetz 

Frage: Unterliegen auch Schaukampfwaffen dem Bundes-Waffengesetz der BRD ?

Dieses ist eine heiß umkämpfte Frage, welche seit geraumer Zeit unter den Mittelalter-begeisterten kursiert. Die einen meinen: „ Ja, es heißt ja auch Schaukampfwaffe„, andere wiederum sagen: “ Nein, schließlich sind die Waffen stumpf und somit ungefährlich.“ Dieser Bericht soll nun Aufklärung zu diesem Thema geben. Doch zuerst einmal Auszüge aus dem Waffengesetz ( WaffG ), welche für uns wichtig sind:


§ 1 Gegenstand und Zweck des Gesetzes, Begriffsbestimmungen

( 1 ) Dieses Gesetz regelt den Umgang mit Waffen oder Munition unter Berücksich-tigung der Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

In der Öffentlichkeit bewegen auch wir uns. Wenn auch nicht Säbel schwingend und um uns schlagend.

( 2 ) Waffen sind 1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und 2. tragbare Gegenstände.

Nun, unsere Schwerter und Speere, Hellebarden werden von uns auch in der Öffentlichkeit und bei Veranstaltungen getragen.

( a ) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit   von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen.

( b ) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen , und die in diesem Gesetz genannt sind....

Ich glaube, ein Speer, ein Schlachthammer oder ein Streitkolben brauche ich in der Wirkung auf Personen nicht näher beschreiben. Diese Waffen sind selbst bei vorsichtiger Handhabung sehr gefährlich, da ihre kinetische Energieeinwirkung auf den mensch-lichen Körper sehr schwer zu dosieren ist. Selbst ein stumpfes Schaukampfschwert kann durch seine Materialmasse zu Knochenbrüchen führen. Das alles entspricht den Artikeln ( a ) und ( b ).

Übrigens: Streitkolben sind und bleiben verboten. Dafür bekommt man keine Sondergenehmigung.


§ 2 Grundsätze des Umgangs mit Waffen und Munition

( 5 ) Bestehen Zweifel darüber, ob ein Gegenstand von diesem Gesetz erfasst wird   oder wie er nach Maßgabe der Begriffsbestimmungen in Anlage 1 Abschnitt 1 und 3 und Anlage 2 einzustufen ist, so entscheidet auf Antrag die zuständige Behörde. Antragsberechtigt sind 1. Hersteller , Importeure, Erwerber oder Besitzer des Gegenstandes, soweit sie ein berechtigtes Interesse an der Entscheidung nach Satz 1 glaubhaft machen können.

Erstens ist die zuständige Behörde die Kreispolizeibehörde des Wohnsitzes. Dort gibt es einen Sachbearbeiter für das Waffenwesen. Dieser erteilt auch schon im Voraus Informationen zu diesem Thema. Hier kann man dann einen Antrag auf Sondergenehmigung, zum Tragen von Waffen, mit einer Klingenlänge über 12 cm , in der Öffentlichkeit stellen.

Als Begründung sind Brauchtum, Experimentelle Archäologie ( ganz besonders bei Reenactmentgruppen ) oder Darstellung des Mittelalters in Begleitung themenbezogener Veranstaltungen anzugeben. Das heißt also, einen Freifahrtschein , um mit gezogenem Schwert durch die Stadt zu laufen, ist hiermit nicht zu bekommen. Jeder sollte sehr bewußt mit der Verantwortung umgehen. Sich selbst und auch seinen Mitmenschen gegenüber.


§ 42 Verbot des Führens von Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen

( 1 ) Wer an öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, darf keine Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2a und b führen.

Hierzu braucht es wohl keines weiteren Kommentars.

( 2 ) Die zuständige Behörde kann allgemein oder für den Einzelfall Ausnahmen von Absatz 1 zulassen, wenn

  1. der Antragsteller die erforderliche Zuverlässigkeit ( § 5 ) und persönliche Eignung ( § 6 ) besitzt.

  2. der Antragsteller nachweisen kann, dass er auf Waffen bei der öffentlichen Veranstaltung nicht verzichten kann, und

  3. eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung nicht zu besorgen ist.

( 3 ) Unbeschadet des § 38 muss der nach Absatz 2 Berechtigte auch den Ausnahmebescheid mit sich führen und auf Verlangen zur Prüfung aushändigen.

Also auch wenn Ihr eine Genehmigung bekommt ( ist eigentlich nicht so schwer ), so muss sie mitgenommen werden. Es ist sinnvoll, diese Ausnahmegenehmigung auf die Gruppe ausstellen zu lassen, dann braucht nicht jeder eine mit sich herum tragen, sondern nur einer aus der Gruppe. Dieser ist dann aber auch für alle Gruppenmitglieder verantwortlich. Das soll heißen, er muss für den ordnungsgemäßen Umgang mit den Waffen sorgen.

Wie Ihr nun sehen könnt, haben also die Leute Recht, welche behaupten: Ja, Schaukampfwaffen unterliegen dem Waffengesetz. Der Gesetzgeber will uns damit nicht ärgern oder uns unser Hobby vermiesen, sondern er will uns nur aufzeigen, wie gefährlich unsere Ausrüstung sein kann und das wir alle für unser Handeln auch verantwortlich sind.


Also , immer schön brav sein, und nur Gegner umhauen, welche ( a ) gut gerüstet sind und ( b ) es auch unbedingt ausdrücklich wollen. Bei allen anderen sollten wir auf Drohgebärden und gezogene Waffen verzichten. Dann wird unser Hobby auch von der breiten Öffentlichkeit respektiert und vielleicht sogar unterstützt.“

Ihr könnt Euch gerne mit uns in Verbindung setzen, und uns Eure Meinung, Erfahrungen oder Anregungen zu diesem Thema mitteilen. Vielleicht setzen wir dann mal ein Feedback mit Euren Antworten unter diesen Bericht.

Übrigens, wir wollen hier nicht den Oberlehrer spielen, denn auch unsere Gruppe ist von diesem Thema stark betroffen. Man wollte auch uns das Zurschaustellen von Schaukampfwaffen auf Mittelaltermärkten und Veranstaltungen verbieten. Doch was ist ein Ritter ohne Schwert ?????

Ein armer Ritter, beraubt aller Statussymbole und dem Spott des Volkes ausgeliefert. Oder man stelle sich ein Tjost ohne Lanzen vor . Also ich kann es nicht !!!!!!!!!!!


Bis dahin, gehabt Euch wohl und sendet Eure Boten zu uns zurück.

Euer Siegfried vom Drachenfels

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